Kampfkunst und Pädagogik

Bewusstes Handeln:

Das Training der Kampfkunst trägt nicht nur dazu bei, das körperliche Wohlbefinden zu steigern und mehr Gelassenheit in den Alltag zu bringen. Die bewusst angewandte Kampfkunst kann auch bei der Bewältigung von ganz alltäglichen Konflikten äußerst hilfreich sein.

Es geht um die im Training vermittelten Grundsätze der Kampfkunst und um das Erlernen einer bewussten inneren Achtsamkeit. Der Aspekt der Achtsamkeit zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Werdegang im Lernen der Kampfkunst. Beispielsweise wird bereits ab der Anfängerstufe durch das Erlernen der sog. "ersten Form", ein grundlegender Einstieg in die Übungen für eine bewusste und achtsame Koordination des Körpers vorgenommen.

Ebenfalls stehen die Partnerübungen ganz im Aspekt des achtsamen und bewussten Umgangs mit sich selbst und seinem Partner. Mit dem Erlernen immer neuer Techniken wird ermöglicht das Bewusstsein fortlaufend zu Schulen und dadurch wieder neue Spielräume zu entwickeln, die dabei helfen einen höheren Grad an Achtsamkeit zu erreichen.

Je höher der Grad an Achtsamkeit - desto schneller und koordinierter das Handeln.

Dieser Grundsatz kann als hilfreicher Impuls verstanden werden. Er bezieht sich auch darauf, sich bestimmten Veränderungen anzupassen. Heutzutage ist es notwendig, auf bestimmte Ereignisse schnell und überlegt zu reagieren. Beispielsweise kann die Existenz durch einen möglichen Verlust des Arbeitsplatzes bedroht sein. Hier ist der Grundsatz des Kampfkunsttrainings von großer Bedeutung. Denn je besser es gelingt in schwierigen Situationen bewusst zu agieren, desto leichter wird es, diese konstruktiv zu bewältigen.

Dialog und Feingefühl:

Das Partnertraining in der Kampfkunst ist wie ein Dialog, zwischen zwei Menschen. Ein Partner ist der aktiviere, der agiert ("das Gespräch lenkt und Fragen stellt"), der andere Partner ist der passivere, der auf die Frage - oder Aufgabenstellung reagiert ("antwortet"). In einem Gespräch ist es auch wichtig, dass man sich auf den jeweiligen Partner einstellt. Dabei muss aber stets auf die eigenen Interessen und Grenzen geachtet werden.

Durch das Training mit verschiedenen und wechselnden Partnern, lernt man, sich auf unterschiedliche Personen einzustellen. Jeder Schüler und jede Schülerin lernt dadurch mit "Gefühl" zu trainieren. Die Folge ist, ein bewusster und feinfühliger Umgang mit den Mitmenschen.